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80 BACH_DIE GESAMTEN ORGELWERKE Seine Kenntnisse im Orgelbau reichen mit Abstand weit über die der meisten seiner Fachkollegen hinaus. Von den Tastenenden über die Windladen, die Mechanik und den Winddruck bis hin zu den Pfeifenöffnungen: Isoir kennt jedes Detail seines Instruments. Der pragmatische Ansatz beim Anschlag macht es ihm möglich, bei jeder ländereigenen Bauart zu den jeweiligen Stilen, zu jeder Epoche und jeder Gegend oder auch zu den unterschiedlichsten Komponisten eine Verbindung herzustellen. Und so kommt es, dass er sichmit Franck, Attaignant, Alain, Roberday oder Bach gleichermaßen wohlfühlt! Im Laufe seiner Gesamtaufnahme passierte es ihm manchmal, dass er, auf berühmten Instrumenten spielend, die Abwesenheit einer bestimmten Klangfarbe beklagte, bei der Pedalklaviatur zum Beispiel oder auch woanders. Das sollte jedoch kein Hindernis sein … Er entnahm einem Manual die Anzahl der benötigten Pfeifen und brachte sie an der Pedalklaviatur an und spielte so einen Cantus firmus in Alt- oder Basslage … Es grenzte an Magie! In seinem Atelier führte André Isoir Säge und Zange, und zwar mit derselben Gewissenhaftigkeit wie bei der Musik. Dank seiner außergewöhnlichen handwerklichen Geschicklichkeit konnte er mehrere Instrumente von A bis Z selbst fertigen: Serinetten (kleine Drehorgeln), Truhenorgel, Cembalo, Restaurierung eines Klaviers aus dem 19. Jahrhundert …
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