LDV153.7
79 ANDRÉ ISOIR André Isoir entfaltet seine wunderbare Technik, seine innere Antenne für das Manual und seine außergewöhnliche Fingerfertigkeit. Um die richtige Haltung am Spielpult des Instruments zu begreifen, setzt er sich eingehend mit den Praktiken des 18. Jahrhunderts auseinander. Er studiert aufmerksam die Gemälde, vor allem die Bilder, die Bach an der Klaviatur zeigen, aber auch die Schriften von Johann Nikolaus Forkel, dem ersten Biografen des Kantors, der, dank Carl Philipp Emanuel, wertvolle Hinweise zur Spieltechnik jener Zeit bereithält. Was dabei herauskommt, sind außergewöhnliche Fingersätze, durch die die musikalische Phrase eine Akzentuierung erfährt, eine „Diktion“, die denen ausdrucksstarker Instrumente wie Flöte und Geige oder auch der Diktion der Stimme sehr ähnlich ist. Man sollte nicht vergessen, dass André Isoir, bevor er das Orgelspiel erlernte, in seinem Heimatort Saint-Dizier Trompete gespielt hat. All diese fundierten Forschungen zur Ausrichtung am Manual verleihen demSpiel André Isoirs einen außergewöhnlichenmusikalischen Charakterzug, der im Zusammenwirken mit seiner großen Virtuosität eine faszinierende Sprache hervorbringt, was ihm – und zwar bereits seit seinen Anfängen – eine stattliche Zahl internationaler Preise eingebracht hat (Saint Albans, Haarlem usw. …).
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