LDV153.7
75 ANDRÉ ISOIR Sie haben nicht systematisch versucht, zu den Ursprüngen zurück zu kehren, dorthin, wo die Werke erschaffen wurden? Das ist nicht möglich, denn es gibt vielleicht nur zwei Orgeln, von denen man sicher weiß, dass Bach sie gespielt hat. Das ist dann doch recht wenig. Tatsächlich lässt es Bachs Musik zu, auf dem Klavier, auf demAkkordeon, dem Synthesizer und auf was weiß ich noch alles gespielt zu werden. Diese Musik ist dermaßen perfekt, dass man, wollte man sie entstellen, sich schon sehr anstrengen muss (lacht). Was berührt Sie amMeisten an seinemWerk? (Pause.) Einige Seitenwie die vom Kyrie und die vom Crucifixus der h-Moll-Messe zum Beispiel, einige Melodien der Matthäus-Passion, die herzzerreißend sind. Es fällt mir sehr viel schwerer, Ihnen zu sagen, welche Stücke ich nicht mag! Wie würden Sie Ihre Vision seines Orgelwerks beschreiben, die Vision, die Sie versuchen zu vermitteln? Eine vor allem durch und durch menschliche Vision, so viel steht fest.
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