LDV134

34 ECHOES OF VIENNA Man nimmt im Quartett Verweise auf Richard und Johann Strauss wahr! Genau. Angesichts dieser beiden sehr unterschiedlichen Komponisten kann das erstaunen. Das Werk mischt letztendlich mehrere Ästhetiken. Es gehört in die Linie der Klassik, wird von romantischen Ausbrüchen durchzogen, bedient sich der populären Wiener Symbolik und flirtet mit dem Impressionismus. Seine vier Sätze sind im Übrigen äußerst kontrastreich in ihren Texturen wie in ihren Spielmodi. Korngold geht so von einem homorhythmischen Stil, der den Klang eines einzigen Instruments vorspiegelt, zu einem Kontrapunkt über, schöpft die extremsten Nuancen aus, jongliert mit Pizzikati, Harmonischen oder Doppelgriffen, bis er das Quartett wie ein Orchester klingen lässt. Dies erschwert die Interpretation der Partitur extrem!

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