LDV134

QUATUOR HERMÈS 31 Sie spielen zum ersten Mal Mozart ein. Brauchten Sie die Jahre zur Reifung, um sich bereit zur Aufnahme seiner doch so spontan wirkenden Musik zu fühlen? Das ist die ewige Debatte! Manchmal sagt man sich, dass man Mozart nie besser als mit zehn Jahren gespielt hat… Doch in diesem Alter hatten wir seine verborgene Seite noch nicht durchdrungen. Mit der Zeit und Reife verstehen wir seine Absichten viel besser, insofern seine Partituren auf den ersten Blick weniger selbstverständlich als zum Beispiel ein Quartett von Haydn sind. Um Mozartsche Spontaneität hervorsprudeln zu lassen, braucht es Intellekt, die Analyse kleinster Phrasen, ohne ein Detail zu vergessen… Jede Note hat ihr Gewicht. Hinzu kommt das Streben nach einem Fluss im Diskurs, welcher den Eindruck erweckt, aus unserem Herzen hervorzuquellen und nie zu enden, wie ein kontinuierlicher Strom. Eine Kunst, in der Alfred Brendel glänzte! Diese Jahre des Wartens und der Überlegung haben es uns im Übrigen ermöglicht, unsere Vorstellungskraft zu entwickeln und jeder Person in der Welt des Quartetts mehr Tiefe zu verleihen.

RkJQdWJsaXNoZXIy OTAwOTQx