Die Werke vermitteln den Eindruck, untereinander durch die Romantik verbunden zu sein, deren erste und letzte Atemzüge sie darstellen. In der Tat scheint Mozart die Strömung mit seinem Streichquartett KV 421 fast anzukündigen, während Webern und Korngold sie verabschieden. Das stimmt. Die drei Partituren haben prä- oder postromantische Akzente und vor allem blicken sie zugleich Richtung Vergangenheit und verankern sich in der Zukunft. Mozart huldigt hier seinem Meister Haydn, doch scheint sich mit dem Entfalten einer unterschwelligen, innigen Lyrik einer anderen, recht düsteren Welt zuzuwenden. Übrigens beginnt das Quartett sotto voce. Webern drückt ebenfalls eine gezügelte Emotion aus und erschafft einen Eindruck von Schwerelosigkeit. Hier ist die Zerbrechlichkeit einer Welt zu erkennen, jener der Romantik, die in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Sterben lag. Korngold hingegen bleibt zwar lyrisch, doch seine Harmonien sind recht komplex und verursachen einige Reibereien. Wie dem auch sei, jedes einzelne Werk steckt voll intensiver emotionaler Kraft. 28 ECHOES OF VIENNA
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